Auf alten Pfaden

 

ZAUBERWALD

 

Der Talweg teilt sich winterlich. Geradeaus ins Felsland, links ins Eismoosland.

 

Links.

 

Im Strunk steckt verlassen ein Beilblei, steinbein gefriergetrocknet, zernagter Knochen. Kühl erräuschelt der Bach sich seinen Weg. Quintett aus abertausend Tropfen fädelt sinfonisch über den eisigen Bart des Alten vom Berge. Kalkstein versteinert zu wisperndem Tuff. Gläsern schimmert’s, von Farnfingern pillrig palmiert. Hin und wieder leckt ungeschliffner Karfunkel an lehmiger Milch.

 

Tannen tauchen die rauhen Wedel in leeren Nebel. Gischt giesst Gicht ins Wurzelgeschwür. Zuweilen necken Grasnarben den matten Schnee.

 

Genagelte Nietfluh, niet- und hagelfest; es war ein Hammerfest festester Fäuste. Noch steht der Amboss hingehauen.
Was will die Frage fragen, gezilpt von einsamer Meise? Leise nur, leise… Der Weise hat den Rat vergessen, den Sitz versessen, die Lage verlegt. Um die Kurve drückt sich der Weg, von nassem Geäst schwerwiegend gedörnt. In den Sog drückt der Schuh die fett gekleisterte Zunge. Sie flattert und bläht schmatzend die Alphornlippe.

 

Niesel riesel blibber klibber und Röllchen rillalabui krrabrill… Eine Felsechse zückt den Zahn.
Nur die Stille zapft aus dem Vollen. Es könnte gelingen. Der Boden dehnt sich zur wonnigen Wanne, von einem Erdsaum speckig umheckt.

 

Hier müsste es sein. Der Zeiger schlägt aus, doch der Boden hütet sich und hütet es. Tarnkappe auf dem Druidengeröll.
Wenn der Abend sich weitet, saitet aus der Furche der erste Anklang des Frühlings.