Das Gleichnis vom barmherzigen Albaner

Ein Mann fragte Jesus: Meister, was muss ich tun, um ein rechtschaffener, woker, solidarischer Mensch zu sein?

 

Jesus aber sprach zu ihm: Was denkst du, was du tun sollst? Der andere antwortete und sprach: «Es heisst, du sollst die Grosse Moral lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft und deinem ganzen Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst.» Und er fragte Jesus: Wer aber ist denn mein Nächster?

 

Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Langnau hinab nach Bern. Er hatte sich aber nicht gegen die Krankheit Covid-19 impfen lassen, aus Angst vor der Spritze. Da befiel ihn die Krankheit, und er blieb halb tot am Wegrand liegen.

 

Es traf sich aber, dass ein Priester dieselbe Strasse hinabzog; und als er den Kranken sah, dachte er: Dieser Mann ist selber schuld, dass er krank geworden ist. Nun hat er seine Strafe. Es hat niemand das Recht, andere Menschen mit der Krankheit anzustecken. Deshalb halten wir unsere Gottesdienste ja auch rein von diesen Sündern. Und der Priester zog vorüber.

 

Desgleichen eine Frau, die in einem grossen Wagen angefahren kam, um ihre Kinder zur Schule zu bringen. Sie sah den Kranken und dachte: Dieser Mann ist selber schuld, dass er krank geworden ist. Ich bringe ihn ganz sicher nicht zum Arzt, sonst stecken sich meine Kinder an und werden an Langzeitfolgen leiden. Ich könnte zwar eine Ambulanz rufen, aber das tue ich nicht. Der Mann soll seine Strafe haben. Und sie fuhr vorüber.

 

Ein Albaner aber, der unterwegs war, kam dahin; und als er den Leidenden sah, jammerte es ihn, denn sein Vater im Himmel «hat sich zur Barmherzigkeit verpflichtet», so steht es im heiligen Buch der Muslime.

 

So ging der Mann hin zum Kranken, gab ihm etwas zu trinken, hob ihn in sein Auto, brachte ihn ins nächste Spital und hinterliess sogar etwas Geld, damit es dem Kranken wirklich an nichts fehlte.

 

Und Jesus fragte: Wer von diesen dreien, meinst du, ist der Nächste geworden an dem, der krank geworden war? Der andere sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Da sagte Jesus zu ihm: So gehe hin und handle ebenso!

 

PS: Diese Geschichte ist kein Gleichnis pro oder contra Impfung. Es geht, ihr habt es natürlich gemerkt, um etwas anderes. Der Vollständigkeit halber sei jedoch erwähnt: Der Priester, die Frau und der Albaner sind alle geimpft. Nur bei Jesus weiss ich es nicht.