Die Schatzhügel des Emmentals

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Der Bärhegenknubel ob Wasen, die Heidenfluh bei Hasle oder die Schmidslehnburg im Talgraben: Im Emmental gibt es eine ganze Reihe von Erdwerken, die sich geheimnisvoll im Gelände erheben. Sie gelten allgemein als keltische oder alemannische Wehranlagen, in die sich die Bevölkerung in kriegerischen Zeiten zurückzog. Aber handelt es sich bei den künstlich aufgeschütteten, von Gräben und Wällen umgebenen Hügeln wirklich durchwegs um die Überreste von Fliehburgen? Zweifel sind angebracht.

Kapitel 1: Gesucht, gefunden

Der Weg führt über einen schmalen Waldgrat. Die Sonne scheint heiss an diesem Sommernachmittag im Jahr 2003. Es ist still. Nur das Summen der Bienen ist zu hören und das Rascheln von dürrem Laub unter meinen Tritten.

 

Rechterhand liegen gleich blanken Knochen entrindete dürre Äste am Hang, Überreste des Sturms «Lothar», der am Stephanstag 1999 in den Wäldern des Emmentals grossen Schaden angerichtet hat.

 

Diesmal wird es klappen, denke ich. Immerhin habe ich diesen Wald bereits zweimal aufgesucht und vergeblich durchstreift; nur diesen Abschnitt hier habe ich bisher ausgelassen. Aller guten Dinge sind drei – beim dritten Mal werde ich bestimmt Erfolg haben. Ich bin zuversichtlich, spüre, dass ich diesmal auf der richtigen Fährte bin.

 

Der Weg beginnt sich zu senken, führt hinunter zum Waldrand. In einer Entfernung von vielleicht hundert Metern zeichnet sich zwischen den Bäumen bereits das freie Feld ab. Meine Spannung steigt. Hoffnungsvoll schreite ich aus.

 

Ein imposanter Brocken

Da – hinter Sträuchern und Stämmen erscheint plötzlich, wonach ich bisher vergeblich gesucht habe: die sagenumwobene Heidenfluh! Der auffällige Hügel, gerade noch im Wald, ist Menschenwerk und lässt keinen Zweifel zu, dass ich endlich fündig geworden bin. Mein Herz beginnt freudig zu klopfen.

 

Ein paar Schritte noch, dann endet der Pfad. Ich habe mein Ziel erreicht. Die Heidenfluh ist ein imposanter Nagelfluhbrocken oberhalb des Weilers Einisberg in der Emmentaler Gemeinde Hasle.

In nördlicher Richtung ragt der Felsen schroff und unerklimmbar steil in den Wald hinein, während er südlich in eine von Menschenhand aufgeschüttete Erdkuppe mündet. Ein Wall umfasst die Anlage teilweise. Es ist ein Ort von geheimnisvoller, intensiver Ausstrahlung.

 

Das also ist die Heidenfluh, die in der Gemeindechronik von Hasle beschrieben wird; hier befand sich der Überlieferung nach einst eine Fliehburg, die den Siedlern in unruhigen Zeiten Schutz vor fremden Kriegern bot.

 

Ich erklimme die Kuppe, sehe mich um. Auf diesem kleinen Podest soll einst eine Burg oder zumindest eine befestigte Unterkunft gestanden haben, die angeblich einer ganzen Sippe mitsamt Hab und Gut – Haustiere und Vieh eingeschlossen – Zuflucht bot?

 

Mir kommen Zweifel auf. Der Platz ist zu klein, viel zu klein. Für eine Handvoll Menschen und eine Feuerstelle reicht es allemal. Aber für eine Wehranlage mit Blockhaus, Palisadenzaun, Zisterne und Stall für das Vieh? Niemals.

 

Und doch: Der Wall und der künstliche Hügel sind da; jemand hat sie zu einem bestimmten Zweck aufgeschüttet. Welche Bedeutung hatte die Heidenfluh?

 

Erdwerke sind zahlreich

Im Emmental sind sogenannte Erdwerke oder Erdburgen, künstlich angelegte Hügel mit Gräben und Wällen also, keine Seltenheit. Laut dem Emmentaler Kunstführer existieren in der Region und ihren Randgebieten rund 60 an der Zahl.

 

Es handle sich, lautet die weit verbreitete Annahme, um die Überreste alter Wehranlagen. Da sich ein Hügel gut verteidigen lässt und ein Wall darum herum zusätzlichen Schutz bietet, liegt es auf den ersten Blick nahe, dass die Erdburgen einst tatsächlich Schanzwerke waren, in die sich die Bevölkerung beim Herannahen fremder Kriegshorden zurückzog.

 

Auf den zweiten Blick regt sich aber Skepsis. Einige der grösseren Burgenstellen sind zwar sehr wohl zu Verteidigungszwecken angelegt worden; viele der künstlichen Erdhügel sind aber von einem derart kleinen Plateau gekrönt, dass sie als Zufluchtsort nicht wirklich in Betracht kommen.

 

Keltisch oder alemannisch?

Heutige Experten tendieren dazu, die eigenartigen Erdwerke in die Zeit der alemannischen Besiedelung des Emmentals, die zwischen 700 und 1000 n. Chr. erfolgte, zu datieren. Frühere Gelehrte haben ihre Entstehung in die Zeit der Kelten (800 bis 58 v. Chr.) angesetzt. Im Erdwerk auf der ersten Gysnaufluh bei Burgdorf fand man sogar Gegenstände aus der Jungsteinzeit, desgleichen am Tschoggen in der Gemeinde Heimiswil. Zumindest ein paar dieser Hügel dürften also bereits 2000 Jahre vor unserer Zeitrechnung eine Rolle gespielt haben.

 

Wir gehen sicher nicht gänzlich falsch, wenn wir das Spektrum breit fassen und kühn annehmen, dass einige Erdwerke bereits in der Jungsteinzeit, andere in der darauf folgenden Bronzezeit, wiederum andere in der keltischen Epoche und die jüngsten schliesslich im Zuge der alemannischen Landnahme entstanden.

 

Wozu dienten sie aber, wenn nicht als Fliehburgen? Sofort kommt einem bei der Erwähnung künstlicher Hügel das Stichwort «Grabhügel» in den Sinn. Um Grabhügel handelt es sich bei den emmentalischen Anlagen aber kaum; diese sind trotz ihrer relativen Kleinheit deutlich grösser als die Hügel, die man hierzulande zur Bestattung der Toten aufschüttete.

 

Der Gottheit nahe

Eine dritte Möglichkeit liegt in der kultischen Bedeutung, und diese Variante scheint mir plausibel zu sein. Auf dem Plateau einer künstlichen Anhöhe, die man an einer bedeutsamen Stelle schuf, mochten sich die Menschen der Gottheit des Ortes besonders nahe gefühlt haben. Hier stand der Opferaltar, hier stieg geweihter Rauch himmelan, um die Götter gnädig zu stimmen, hier unterwiesen die Priester die versammelte Schar in spirituellen Dingen, und hier kündeten die Seher vom Willen Wodans und Donars.

 

Dass der eine und andere dieser Freilufttempel zugleich als Grabstätte und Verteidigungsanlage diente, ist nicht von der Hand zu weisen; viele der «Erdburgen» dürften in erster Linie aber Stätten der Götterverehrung gewesen sein. Die wallartigen Umfriedungen zogen eine Grenze der Ehrfurcht um die Heiligtümer und bildeten deren Vorhöfe.

Ein besonderer Hinweis auf die einstige sakrale Funktion der Erdhügel ist die überlieferte Kunde, dass sich in der einen und andern dieser rätselhaften Kuppen ein Goldschatz verberge. Diese Sagen könnten zwar als Indiz gewertet werden, dass es sich bei den Erdwerken eben gerade um Grabhügel handle, denn keltische Grossfürsten liessen sich bekanntlich mit reichen Grabbeigaben bestatten. Im Gebiet der heutigen Schweiz sind aber üppig ausgestattete Gräber die grosse Ausnahme; das gilt besonders für das Emmental, das den damaligen Siedlern kein leichtes Leben bescherte. Hierher zog nur, wer anderswo kein Auskommen fand. Fürsten von Rang und Einfluss dürften angenehmere Orte bevorzugt haben.

 

Nein – von materiellen Schätzen in den Goldhügeln des Emmentals kann nicht die Rede sein. Das angeblich in den «Erdburgen» schlummernde Edelmetall ist vielmehr Sinnbild für einen geistigen Schatz, der sich dem Suchenden erschloss. Wer an diesen Plätzen opferte, den Lehren der Druiden lauschte oder andachtsvoll in sich hineinhorchte, dem wurde das goldene Licht der Erleuchtung zuteil.

 

Der letzte Wert

Die Psychotherapeutin und Religionspsychologin Ingrid Riedel schreibt in ihrem Buch «Farben»: «Gold ist das Besondere, das Einzigartige. (…) Es ist unangreifbar durch Rost und Säuren, ist gleichsam unzerstörbar. Im Schmelzofen des Goldschmieds vergeht es nicht, sondern läutert sich zur höchsten Reinheit. Nicht zuletzt durch diese Qualitäten ist es geeignet, einen letzten Wert, der ebenso unangreifbar und unzerstörbar ist wie das Gold, so lauter und unverfälscht wie dieses, darzustellen.»

 

In einem anderen Abschnitt verweist Riedel auf Jesus, der in einem Gleichnis spricht: «Das Himmelreich ist einem im Acker vergrabenen Schatz gleich; den fand ein Mann und vergrub ihn wieder; alsdann ging er in seiner Freude hin und verkaufte alles, was er besass, und kaufte jenen Acker.» (Matthäus 13,44)

 

Das heilige Metall

Den Indianern Mittelamerikas war das Metall der Metalle heilig, weil es die Kraft der Sonne abbildete. Die Goldgier der spanischen Eroberer konnten sie sich nicht erklären; im Gegensatz zu den Eindringlingen bedeutete ihnen Gold nicht weltliche Macht, sondern metaphysische Energie.

 

Ähnlich dürfte es sich bei den alten Völkern in unseren Breiten verhalten haben. Das unstoffliche Gold in den Kulthügeln des Emmentals symbolisiert das religiöse und weltanschauliche Gedankengut ihrer versunkenen Kultur – einer Kultur, die Teil unserer eigenen Vergangenheit ist und uns zu unseren Wurzeln führt, wenn wir uns mir ihr beschäftigen.

Kapitel 2: Wo das Gold schlummert

Der Bärhegenknubel

Knapp zwei Kilometer nördlich des Dorfes Wasen, das zur Gemeinde Sumiswald gehört, erhebt sich auf dem Hügelzug eine auffällige begraste Kuppe, die sich in westlicher Richtung in der Form einer ebenso markanten Krete fortsetzt. Wo diese in den Wald mündet, ragt ein stattlicher künstlicher Hügel in die Höhe. Das ist der Bärhegenknubel.

 

«Es heisst, dass dort von Zeit zu Zeit einer seine Schätze sonnt», sagte mir in Wasen einmal ein alter Bauer. Und fügte an, dass er darüber leider nicht mehr zu berichten wisse.

 

Jeremias Gotthelf weist in seiner Erzählung «Die Schwarze Spinne» ebenfalls auf das Schätzesonnen auf dem Bärhegenknubel hin. Viel mehr ist vom Dichterpfarrer über diese Angelegenheit allerdings auch nicht zu erfahren, lediglich, dass das Volk annahm, die Schätze gehörten den Berggeistern.

 

Die Deutschritter im Emmental

Mit seiner «Schwarzen Spinne», einer Volkssage, die er zu einer Meistererzählung verarbeitete, sicherte Jeremias Gotthelf dem Bärhegenknubel einen Platz in der Weltliteratur. In gestraffter Form ist die Geschichte auch im Berner Band der Bücherreihe «Sagen der Schweiz» nachzulesen.

Auf dem Bärhegenknubel soll, so kündet die Sage, einst eine Deutschritterburg gestanden haben. Der Ritter befiehlt den Bauern, vor der Burg einen Schattenplatz zu errichten und zu diesem Zweck hundert grosse Buchen auf den Bärhegenknubel zu schaffen. Die Bauern, die sich dazu ausserstande sehen, gehen einen Pakt mit dem Grünen ein. Dieser schafft die Buchen an Ort und Stelle und pflanzt sie wie vom Burgherrn gewünscht ein. Zur Entlöhnung fordert er von den Bauern ein ungetauftes Kind, wie es vorher abgemacht worden ist.

 

Die Bauern prellen ihn aber um seinen Lohn. Da schickt der Grüne – der Teufel also – eine schwarze Spinne ins Land, die die Pest verbreitet. Erst nachdem der Spinne viele Menschen, unter ihnen auch der Burgherr, zum Opfer gefallen sind, gelingt es einer beherzten Frau, das Untier in einen Türbalken zu bannen. Dabei stirbt die Frau zwar, aber das Treiben der Spinne findet ein Ende.

 

Knochen, Scherben, Eisenteile

Plätze, über die Sagen in Umlauf sind, blicken zweifellos auf eine bedeutsame Vergangenheit zurück. Die Wissenschaft bestätigt, dass es mit dem Bärhegenknubel eine besondere Bewandtnis hat. Professor Albert Jahn, der grosse Berner Altertumsforscher des 19. Jahrhunderts, berichtet, dass man auf dem Plateau der künstlichen Kuppe die Überreste einer Feuerstelle, angebrannte Tierknochen, Gefässscherben, Eisenteile, eine schwere eiserne Pfeilspitze und sogar ein aus grobkörnigem Sandstein gefertigtes Kopfbildchen gefunden habe.

 

Diese Funde gemahnten, schreibt Jahn, eindeutig an Opfervorgänge aus keltischer Zeit. Wegen des halbmondförmigen Walls, der den Kulthügel umgibt, nimmt Jahn an, dass man hier den keltisch-druidischen Monddienst praktizierte. Welcher Mondgottheit gehuldigt worden sein könnte, sagt er nicht. Vielleicht handelte es sich um einen Aspekt der dreigestaltigen Göttin; ihre weisse Erscheinungsform steht mit dem zunehmenden Halbmond in Verbindung und symbolisiert das werdende Leben.

 

Der Gott der Vegetation

Der in der Sage von der schwarzen Spinne genannte «Grüne» lässt aber auch die Möglichkeit offen, dass auf dem Bärhegenknubel nicht der Mond, sondern die Vegetation verehrt wurde. Der Grüne ist niemand anderes als der uralte Gott mit dem Hirschgeweih, bei den Kelten bekannt als Cernunnos. Er ist der Schutzherr der Tiere und Pflanzen, steht für die üppig spriessende und gedeihende Natur im Frühling.

 

Die christliche Kirche setzte Cernunnos und andere Gottheiten dann aber mit dem Teufel gleich; wenn das Volk seine alten Götter schon nicht vergessen konnte, so sollte es doch wenigstens davon abgehalten werden, sie weiterhin zu verehren.

 

Ob auf dem Bärhegenknubel in seltenen Fällen auch Menschen geopfert wurden, wie andernorts von den Kelten überliefert ist, bleibe dahingestellt. Albert Jahn jedenfalls schliesst es nicht aus, wenn er über die auf der Kultstätte gefundene Pfeilspitze schreibt: «Eine solche aber auf einem vermutlichen keltischen Opferplatz anzutreffen, darf nicht befremden; denn die Kelten pflegten, nach Strabon, die zum Opfertod Bestimmten auch mit Pfeilen umzubringen.»

 

Das Namensrätsel

Warum trägt das Heiligtum eigentlich den Namen Bärhegen? Sind die Vermutungen, die den Mond oder Cernunnos ins Blickfeld rücken, falsch? Wurde hier stattdessen einem Bärenkult gefrönt?

 

Dem hält Jahn entgegen, dass der ursprüngliche Name nicht Bärhegen, sondern Barhegen gelautet habe. «Bar» sei keltischen Ursprungs und bedeute Grenze; «hegen» dagegen leite sich vom altdeutschen Wort hegga ab, der Bezeichnung für Umfriedung. Frei übersetzt heisse Bargehen also «das auf dem Grenzgebirge stehende, mit einem Wall versehene Heiligtum».

 

Falls der Name aber entgegen Jahns Darlegungen dennoch etwas mit Bären zu tun hat, würde der Schluss naheliegen, dass auf dem Bärhegen – dem Geviert des Bären also – die «Bärenkraft» eine zentrale Rolle spielte. Im Verlauf dieses Rituals ging eine besondere Art von Energie – Bärenkraft genannt – auf die Teilnehmenden über. Die Bärenkraft diente nicht der Steigerung der brachialen Leistungsfähigkeit; es handelte sich vielmehr um eine wärmende und stärkende spirituelle Energie.

 

Bärenkultstätten waren im keltischen Raum weit verbreitet. Der Bär verband die Menschen mit den tiefsten Ahnenwurzeln, mit der Urmutter. Zudem verkörperten seine Stärke und Intuition königliche Macht und erhoben ihn zum Sinnbild des Herrschertums im besten Sinn. Die Zeit des Bären war die Wintersonnenwende.

 

Der Garten Eden

Auch der Schweizer Historiker und Autor Christoph Pfister liefert eine Namenserklärung. Der Name der Burgstelle sei «sicher hebräisch» und ein zusammengesetzter Begriff, schreibt er auf seiner Website Dillum. In «Bär» stecke be’er, was Brunnen oder Quelle bedeute, «hegen» komme von hag’gan, dem Wort für Garten, genauer für den Garten Eden. Somit ist der Bärhegen der paradiesische Quellgarten.

 

Dazu Pfister: «Die hebräischen Bestandteile im Ortsnamen Bärhegen zeigen, wie stark das deutsche Sprachgebiet durch das Hebräische durchdrungen ist. Hebräisch ist in Oberdeutschland, in Helvetien, vielleicht sogar im Bernbiet entstanden.»

 

Dieser Hypothese kann ich nicht zustimmen, aber ich finde sie immerhin kühn und spannend. Laut dem Chronologiekritiker Pfister ist Griechisch von einer geheimnisvollen Hegemonialmacht ungefähr ein Jahrhundert vor der Französischen Revolution als gesamteuropäische Verwaltungssprache erschaffen worden, darauf folgten Latein als militärische Kunstsprache und schliesslich das Hebräische als Sakralsprache.

 

Die sichelförmige Krete

Werfen wir zu guter Letzt noch einen Blick auf die markante Graskuppe auf freiem Feld. Mit dem Bärhegenknubel durch die bereits erwähnte Krete verbunden, könnte auch er künstlichen Ursprungs sein und einst als Opferstelle gedient haben. Angesichts seiner symmetrischen Form und der auffälligen Gestalt der Krete, die sich in einem sichelförmigen Bogen zum Bärhegenknubel schwingt, drängt sich dieser Gedanke geradezu auf.

 Vielleicht haben wir es mit einem Doppelheiligtum zu tun, auf dem einerseits die Mondgöttin, andererseits der Gott mit dem Hirschgeweih oder ein anderes männliches Pendant zur weissen Göttin verehrt wurde.

 

Götterpaare spielten in der Vorstellungswelt der alten Völker eine wichtige Rolle. Daran erinnert die emmentalische Sage vom Burgfräulein Sträggeli und ihrem Liebhaber Dürst, die zur Fastenzeit verbotenerweise auf die Jagd gingen. Zur Strafe für die Missachtung des christlichen Brauchs muss das frevelhafte Paar an Freitagen in heiliger Zeit um Mitternacht umgehen.

 

Der Freitag ist der Tag der alemannischen Göttin Perchta. Die Alemannen in der Schweiz nannten Perchta Sträggeli, was sich von Strega, dem Begriff für weise und zauberkundige Frau, ableitet. Dürst hingegen steht für den Alemannengott Tyr oder Ziu.

 

Wenn im Napfgebiet das Wetter tobt und man in der Luft Pferdeschnauben und Hundegebell zu vernehmen meint, pflegten die Bauern früher zu sagen: «Das Sträggeli und der Dürst kommen!»

Die Gysnauflühe

Die vier hoch aufragenden Sandsteinfelsen am Ostrand von Burgdorf sind das natürliche Wahrzeichen des Städtchens. Dass es sich bei den Gysnauflühen um einen uralten Bezirk der Kraft handelt, ist durch allerlei Besonderheiten wie den Hochzeitsstein, die Bartholomäuskapelle, die Bettlerküche oder das Rehbrünnlein sowie durch eine Vielzahl von Sagen hinlänglich belegt.

 

Besonderes Augenmerk gebührt dabei dem geheimnisvollen Erdwerk auf der imposanten ersten Fluh. Handelte es sich um einen Altarhügel, den vorchristliche Priester einst errichteten, um dem Gott mit dem Sonnenrad, dem Herrn über das Licht und den Donner, zu opfern? Denkbar wäre es.

In den Flühen verbirgt sich ebenfalls ein sagenhafter Goldschatz, der bei bestimmten Gelegenheiten sichtbar wird. Ein fahrender Student, der auf seiner Wanderschaft auch einmal an den Flühen vorbeikam, sah es auf einem Felsvorsprung nicht weit vom Weg glänzen und funkeln. Vor seinen Augen lag ein ungeheurer Schatz ausgebreitet.

 

Kleine Ursache, grosse Wirkung

Weil der Student gerade kein Geld hatte, wollte er es, wenn auch nicht ganz reinen Gewissens, wagen, sich einen Schuh voll von der Herrlichkeit zu sichern. Als er aber den Stiefel auszog, verschwand der Schatz mit einem Schlag. Ein Kenner der Naturgeheimnisse, dem der Studiosus den seltsamen Vorfall erzählte, erwiderte: «Dir ist wohl eine Farnspore in den Stiefel gerutscht, was dir die Fähigkeit verlieh, Dinge zu sehen, die einem sonst verborgen bleiben. Als du den Stiefel auszogst, um ihn mit Gold zu füllen, fiel dir das kleine Ding wieder heraus – und du konntest den Schatz nicht mehr sehen.» So berichtet es eine Burgdorfer Sage.

 

Übrigens: Im Kesselgraben zwischen der dritten und vierten Fluh soll ein Drache gehaust haben, den die lenzburgischen Grafen Sintram und Bertram vor vielen Jahrhunderten aufspürten und töteten. Man kann sich den Drachen als Symbol der vorchristlichen Religion und Hüter des spirituellen Goldschatzes vorstellen, wie auch im Nibelungenlied der Drache Fafnir einen Goldschatz bewachte.

 

Laut dem Dichter Jeremias Gotthelf lebt die Mutter des getöteten Gysnau-Drachen im Bauch eines Berges, wohin die alten Götter sie bannten, weiter. Zuweilen bricht sie aus ihrem Gefängnis aus und fährt zu Tal, eine Spur der Verwüstung hinterlassend. Das ist die Emme, die bei einem Gewitter zum reissenden Wildwasser wird und alles mit sich fortschwemmt, das sich ihr in den Weg stellt.

Die Heidenfluh

Der Name «Heidenfluh» sagt es bereits: Der schroffe, sich zum Teil unter einer künstlichen Erdaufschüttung verbergende Nagelfluhfelsen südwestlich des Einisbergs in der Gemeinde Hasle wird mit den «Heiden», also einer frühen nichtchristlichen Bevölkerung, in Verbindung gebracht. Ob damit Kelten oder später zugewanderte Alemannen gemeint sind, muss offen bleiben.

 

Jedenfalls steht auch diese Anlage mit einer Goldsage in Verbindung. Diese deutet vermutlich auf eine kultische Bedeutung des Felsens hin. Die Bevölkerung erklärt sich das Vorhandensein von Gold allerdings damit, dass es sich bei der Heidenfluh in alter Zeit um eine Fliehburg gehandelt habe.

Auf der Heidenfluh sollen laut der Sage die Bewohner der Gegend Zuflucht gefunden haben, wenn ein Feind in das Land eindrang. Zogen die Fremden wieder ab, kehrten die Leute mit ihrem Hab und Gut auf ihre Höfe zurück.

 

Einmal jedoch kamen Krieger ins Land, die das Versteck ausfindig machten. Die Anlage war zwar befestigt; die Eindringlinge erstürmten sie aber und machten alle, die sich dort verschanzt hatten, nieder. Das Gold freilich fanden sie nicht. Zu gut war es auf einem Wagen in einer grossen Höhle unter der Fluh versteckt.

 

In jeder Silvesternacht, wenn die Kirche von Hasle Mitternacht zu schlagen beginnt, öffnet sich die Fluh, und die Wagendeichsel schaut heraus. Beim letzten Schlag schliesst sich die Spalte wieder. Es heisst, dass man den Schatz mit sechs schwarzen Pferden bergen könne – es dürfe aber kein einziges weisses Haar an ihnen sein.

 

Eine missglückte Mission

Einmal soll der Knecht eines reichen Bauern aus der Gegend einen Versuch unternommen haben. Ohne jemandem etwas zu sagen, zog er in der Silversternacht mit den sechs kohlenschwarzen Pferden seines Meisters zur Heidenfluh, wartete, bis es zwölf zu schlagen begann, spannte die Pferde an die Deichsel, die beim ersten Glockenschlag prompt erschienen war, und rief den Pferden zu: «Hü, in Gottes Namen!»

 

Da fuhr die Deichsel mit einem grausigen Geräusch wieder in die Fluh hinein. Mit knapper Not konnten sich Knecht und Pferde retten. Die hintersten zwei Tiere verletzten sich jedoch, als sich der Felsspalt schloss. Lahm und blutend fand sie der Bauer am Neujahrsmorgen im Stall. Er stellte den Knecht zur Rede, der ihm alles erzählte.

 

«Hättest du doch nur das Maul gehalten, wer weiss, vielleicht wäre das Geld herausgekommen», sagte der Meister darauf. «Wenn man beim Versuch, das Gold zu bergen, redet, geht der Fels wieder zu – ein einziges Wort ist schon zu viel.»

Der Münneberg

Wo das Tal von Sumiswald in die Hauptachse des Emmentals mündet, erhebt sich rechtsseitig des Flüsschens Grünen der bewaldete Schlusssporn eines Hügelzuges. Auf diesem Sporn befindet sich ein altes Erdwerk, das aus einer mehrfach mit Wällen und Gräben befestigten Kuppe besteht.

 

Albert Jahn erwähnt in seiner Emmental-Schrift eine Sage, der zufolge bei einem heraufziehenden Unwetter jeweils drei Männer auf dem Münneberg erscheinen. Das lässt ihn die Anlage in eine vorchristliche Epoche datieren, denn: Ähnliches werde nur von Örtlichkeiten des heidnischen Altertums berichtet. Drei ist übrigens die Lieblingszahl der Kelten.

 

Laut dem Emmentaler Sagensammler Hermann Wahlen verbirgt sich auch im Münneberg ein mit Gold reich beladener Wagen. Schon viele sollen sich bemüht haben, die Kostbarkeiten zu heben, scheiterten aber alle, weil sie in jenem Moment, als sie den Schatz schon fast zutage gefördert hatten, nicht schweigen konnten.

Die Schmidslehnburg

Weit hinten im Talgraben südlich von Goldbach befindet sich in der Nähe des Hofs Schmidslehn ein eindrückliches Erdwerk. Sein begraster Vorbau in der Form einer Kuppe, um die in der oberen Hälfte eine Stufe läuft, ist von der Talstrasse aus schon von Weitem zu sehen.

 

Der Haupthügel der Anlage befindet sich, von einem Wallsystem umgeben, im Wald unmittelbar dahinter. Es handle sich hier, heisst es auf einer beim Erdwerk angebrachten Tafel, um eine Burgenstelle unbekannten Alters, die vielleicht aus der Zeit um 800 n. Chr. stamme, aus der Epoche der alemannischen Siedlerpioniere also. Der Forscher Albert Jahn spricht sich aufgrund der keltischen Machart verschiedener Gegenstände, die man in der unmittelbaren Umgebung der Anlage fand, für ein deutlich höheres Alter aus.

 

Eine Burgenstelle? Dagegen spricht wiederum die Kleinheit des Plateaus auf dem künstlich aufgeschütteten Hügel. Für eine Burg, die mehr als bloss einem halben Dutzend Personen Schutz bieten soll, fehlt hier schlicht der Platz.

Hermann Wahlen berichtet in seinem Sagenband von einem Goldschatz, den der letzte Zwingherr im Innern der Anlage versteckt haben soll. Als die Bauern die Festung stürmten, kam das Burgfräulein in den Flammen ums Leben.

 

Seither werden die verborgenen Schätze von zwei weissen Raben bewacht, und von Zeit zu Zeit erscheint das Burgfräulein in einem schneeweissen Gewand. Wer den Schatz zu heben vermöchte, würde auch die weisse Frau von ihrem Bann erlösen. Bisher ist das aber keinem gelungen; immer wieder wurden die Schatzgräber von den weissen Raben vertrieben.

 

Eine andere Version der Sage lässt den toten Zwingherrn selber seine Schätze bewachen. Er zeigt sich in der Gestalt eines alten, triefäugigen Vogels. Wollte man an den Schatz gelangen, müsste man zwei unschuldige Kinder danach graben lassen; sie dürften während der Arbeit aber keinen Laut von sich geben.

 

Kinder als Schatzgräber

Einmal sollen sich zwei Kinder ans Werk gemacht haben und dabei bis zu einem grossen kupfernen Gefäss vorgedrungen sein. Da erschien plötzlich der hässliche Vogel. Den Kindern entfuhr ein Schrei des Entsetzens, worauf der Schatz tief in der Erde verschwand. Seither hat niemand mehr nach dem Schatz gegraben.

 

So weit die beiden Versionen der Goldsage. Dürfen wir in der geisterhaften weissen Frau einen Anklang an die weisse Göttin des zunehmenden Mondes erblicken? Bei den alten Griechen hiess sie Diana, die Germanen nannten sie Perchta, Holla oder Freyja. Perchta prüft die Spinnerinnen, belohnt und bestraft. Besonders in den sogenannten Zwölften geht sie um.

 

Zauberhafte Tage

Die Zwölften sind die zwölf Tage vor Dreikönig. Nach der Vorstellung der germanischen Alemannen, die das Emmental besiedelten, stand in dieser Zeit die Sonne still, und über den zwölf Nächten, die als Orakelnächte galten, lag ein besonderer Zauber. In den Zwölften rangen die Kräfte der Dunkelheit und des Lichts miteinander, und die Grenze zwischen dem Diesseits und dem Jenseits war durchlässig.

 

Perchta steht zu Gold und Wagen in einer besonderen Beziehung. So begibt sie sich zuweilen mit einem defekten Wagen ins Gelände und wartet auf Hilfe. Den hilfsbereiten Bauersmann belohnt sie mit Spänen, die sich am nächsten Tag in Gold verwandeln.

 

Mantel, Hut und Stecken

Perchta ist die Gemahlin des Gottes Wodan. Als einäugiger Wanderer mit dem weiten Mantel, dem Schlapphut und dem Wanderstab prüft auch er die Menschen auf ihre Gesinnung. Die beiden Raben Hugin und Munin sind seine Begleiter, weiter zwei Wölfe, Freki und Geri mit Namen, und Sleipnir heisst sein achtbeiniges Pferd. An den Zwölften braust er an der Spitze seines Totenheeres einher. Das unheimliche Rufen, Bellen, Wiehern und Galoppieren im Wald nennt man die wilde Jagd.

 

Perchta kann auch Perhta heissen; von Perhta zum Namen Bertha ist es nur noch ein kleiner Schritt. In der Tat verschmolz die im Volk beliebte Burgunderkönigin Bertha, die im 10. Jahrhundert im Gebiet der heutigen Westschweiz über ausgedehnte Ländereien gebot, nach ihrem Ableben mit der weissen Göttin der Germanen. Man berichtete sich, dass die verstorbene Königin noch immer über das Land reite, die Spinnerinnen besuche und in den Ställen nachschaue, ob die Tiere gut versorgt seien.

Der Tschoggen

Ein paar hundert Meter südlich des berühmten Heimiswiler Landgasthofs Löwen wölbt sich auf freiem Feld ein markanter Hügel, eine vermutlich natürliche, aber auffallend symmetrische Erhebung. Der Hügel trägt den keltischen Namen Tschoggen, was «Stock» im Sinn von «Altar» bedeutet.

 

Seine Westflanke wird von einem kleinen Waldstück gesäumt, der Rest ist begrast. An der Ostflanke hat man verschiedentlich Feuerstein gefunden. Im Tschoggen soll sich ebenfalls ein goldener Wagen oder ein mit einem Goldschatz beladener Wagen befinden. Auch von der wilden Jagd und von unterirdischen Gängen ist die Rede.

 

Wurde auf dem Tschoggen – vielleicht bereits in der Jungsteinzeit – eine Lichtgottheit verehrt? Dass sich die Feuersteinfunde und damit die Anzeichen früher menschlicher Gegenwart gerade auf jener Seite des Hügels konzentrieren, die dem Sonnenaufgang zugewandt ist, könnte dafür sprechen.

Der Napf

Zuhinterst im Fankhausgraben, dem Hauptgraben der Talschaft Trub, erhebt sich ein gut 1400 Meter hoher, begraster und bewaldeter Berg, der die Form einer umgestülpten Trinkschale hat und deshalb Napf heisst. Der Napf bildet das Zentrum einer kreisrund begrenzten, land- und waldwirtschaftlich geprägten Region, in die sich, am Napf entspringend, strahlenförmig zahlreiche Bächlein und Bäche ergiessen.

 

Das Kurhaus Napf steht gerade noch auf reformiertem Berner Boden, ein paar Schritte weiter nördlich beginnt der katholische Kanton Luzern: Am Napf scheiden sich nebst den Bächen auch die Konfessionen.

 

Als höchste Erhebung in weitem Umkreis versinnbildlicht der Berg zudem den Grenzbereich zwischen Himmel und Erde. An klaren Tagen bietet er eine herrliche Fernsicht bis zu den Schneegipfeln der Alpen im Süden und bis zum blauen Jurawall im Norden. Liegt ein leichter, verträumter Dunst am Horizont, kann der westwärts in Richtung Romandie Blickende zuweilen gar einen kurzen Blick in die zerfliessenden Gefilde der keltischen Anderswelt erhaschen…

Auf dem Napf gibt es keine Überreste eines von Menschenhand geschaffenen alten Heiligtums. Der Napf selber ist das Heiligtum. Die geheimnisvolle Würde des Berges, sein breit strömender Atem und die fast magische Faszination, die er auf Menschen von nah und fern ausübt, beweisen, dass es sich beim Truber Hausberg um einen Ort von grosser Kraft handelt. Auf seinem Gipfel werden mit Sicherheit bereits die Menschen längst entschwundener Epochen seelische und spirituelle Energie getankt haben.

 

Auch der Napf hat seine Goldsage, die die Bedeutsamkeit des Ortes unterstreicht. Diese Erzählung steht in Zusammenhang mit dem seit alters bekannten Goldvorkommen in der Region. Die Goldflitterchen der Napfbäche haben einen besonders hohen Reinheitsgrad.

 

Laut der Sage verbirgt sich im Innern des Berges ein goldener Trämel (Baumstamm), den die Berggeister angefertigt haben. Heben kann den Schatz nur, wer dabei schweigt. Schon manch einem soll es gelungen sein, das vordere Ende der kostbaren Fracht auf sein Pferdefuhrwerk zu laden. Ging es aber ans Ziehen, so vergass der Fuhrmann das Gebot des Schweigens. Jedes Mal, wenn der Trämel schon fast geborgen schien, schoss er beim ersten Wort mit Getöse wieder in den Berg zurück.

Kapitel 3: Schweigen ist Gold

Bei den Sagen über die Goldhügel fällt ein Merkmal besonders auf: das Redeverbot. Wer unfähig ist, seinen Mund zu halten, kann auch den Schatz nicht heben. Dieses in der Sphäre des Materiellen angesiedelte Bild steht für eine aussermaterielle Weisheit: Schweigen erzeugt im Menschen jene Ruhe, die ihm innere Türen öffnet und den spirituellen Schatz erschliesst, der in seiner Seele schlummert.

 

Zahlreich seien, schreibt die Konstanzer Religionspsychologin Ingrid Riedel, in Oberdeutschland die sogenannten Goldbrunnen. Deren Gold allerdings versiege, sobald man davon erzähle. «Überall weiss man in diesen Sagen, dass es schädlich ist, die Quellen äusserer oder innerer Funde aus der Tiefe zu beschwätzen, zu beschreien. Dadurch gehen sie einem wieder verloren.»

 

Ein wichtiges Gebot

Wie sagt der Volksmund doch so schön? Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Wer überzeugend zu reden versteht, sich und seine Ideen gut verkauft, wird viel Silber – sprich Geld – verdienen; Gold jedoch, jener mythische Wert, der sich vom «ordinären» Silber abhebt und in eine andere Dimension verweist, wird nur dem zuteil, der schweigen kann. Kein Wunder, ist Schweigen im Kult der grossen Religionen und im Volksglauben nebst Nüchternheit und Keuschheit eines der häufigsten Gebote.

 

Das Gold, das im Verborgenen auf einem grossen Wagen bereitliegt, gehört dir. Es war schon immer dein Eigentum. Soll es dir und anderen aber Nutzen bringen, musst du es heben. Finde den richtigen Moment, spanne die Pferde ein und fahre zu! Lass dich dabei aber nicht von jener Stimme leiten, die du auf der Zunge trägst, sondern von jener, die in deinem Herzen wohnt. Sie ist die wahre Führerin, und hören kannst du sie nur, wenn du schweigst.

 

© Hans Herrmann

Geschrieben im Jahr 2003, überarbeitet im Spätsommer 2021

Nachbemerkung

«Die Schatzhügel des Emmentals» ist keine historische Untersuchung von wissenschaftlicher Evidenz, sondern eine Spekulation, eine Hypothese, eine fantasievolle Auslegung von vorgegebenen, aber schwierig einzuordnenden Mosaiksteinchen. Ich hoffe, dass die kleine Arbeit trotzdem gefällt; immerhin können Betrachtungen aus ungewohnter Warte den Horizont durchaus erweitern.

Zum Autor

Hans Herrmann, Jahrgang 1963, wohnhaft in Burgdorf, der Stadt im Emmental. Verheiratet, Vater zweier Söhne. 1982 bis 1988 Theologiestudium in Bern. Von 1996 bis 2012 Redaktor bei der «Berner Zeitung», heute Redaktionsleiter Bern der Monatszeitung «reformiert». Autor von Romanen, Lyrik, Theaterstücken und volkskundlichen Schriften.

Verwendete Literatur

  • Anschütz, Wolfgang, und Martin, Arno: Archaische Requisiten und Relikte vorgeschichtlicher Rituale im Brauchtum der Thüringer und Franken. Internet.
  • Beitl, Richard, und Erich, Oswald A.: Wörterbuch der deutschen Volkskunde. Stuttgart 1974.
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